Autoimmunität / inflammatorische Erkrankungen

Im Bereich der Autoimmunerkrankungen gewinnen zelluläre Therapieverfahren zunehmend an Bedeutung. Es sind Ansätze, die über klassische Immunsuppression hinausgehen und gezielt das Immunsystem „umprogrammieren“ oder fehlgeleitete Immunreaktionen korrigieren. Man spricht von einem Reset des Immunsystems.

Man unterscheidet derzeit vor allem drei Strategien:

  • Stammzell-basierte Therapien, z. B. mit hämatopoetischen Stammzellen: 
    Patienten-eigene hämatopoetische Stammzellen werden gewonnen und reinfundiert. In Kombination mit einer hochdosierten Chemotherapie kommt es zu einer Immunmodulation, Geweberegeneration und eventuell Reset des Immunsystems
  • Bi- oder trispezifische Antikörper-Therapien:
    Diese Antikörper sind gentechnisch hergestellte Proteine, die zwei oder drei unterschiedliche Moleküle erkennen können. Sie wirken über zwei verschiedene Bindungsstellen: eine richtet sich an autoreaktive oder pathogene B-Zellen und die andere an körpereigene Immunzellen wie T-Zellen. Auf diese Weise bringen sie die Immunzellen näher an die autoreaktive oder pathogene B-Zelle und ermöglichen eine gezielte Zerstörung, indem sie die T-Zellen aktivieren und die autoreaktive oder pathogene B-Zellen "markieren"
  • Immunzell-basierte Therapien, vor allem die sogenannte CAR-T-Zelltherapie: 
    Patienteneigene oder patientenfremde T-Zellen werden im Labor gentechnisch modifiziert und anschließend nach einer milden Chemotherapie re-infundiert; sie erkennen und eliminieren gezielt autoreaktive oder pathogene B-Zellen und sollen zu einem Reset des Immunsystems führen

Die CAR-T-Zell- und bi- oder trispezifische Antikörper-Therapien unterscheiden sich grundlegend von klassischen Immunsuppressiva: statt breite Unterdrückung des Immunsystems, zielen sie auf krankheitsauslösende Zellpopulationen mit dem Potenzial für krankheitsmodifizierende und ggf. länger anhaltende Effekte — ein Mechanismus, der sich bereits in bei Blutkrebs und Lymphdrüsenkrebserkrankungen bewährt hat.

Für schwer therapierbare, refraktäre oder systemische Autoimmunerkrankungen könnten diese Therapieverfahren künftig eine krankheitsmodifizierende, eventuell sogar „heilende“ Option darstellen.

Prof. Dr.--Köhler-Philipp
Prof. Dr. Philipp Köhler

Leitung Klinische Immunologie und Studienzentrum Klinische Immunologie

Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie
Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie

Zusatzbezeichnungen Notfall- und Intensivmedizin, Infektiologie und fachgebundene genetische Beratung

Studienkoordinator: Tobias Röhrs
Dr.--Kubacki-Torsten
Dr. Torsten Kubacki

Ärztliche Leitung Rheumatologie

Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

Studienkoordinatorin: Cornelia Böhme

Unser Angebot

Patientinnen und Patienten haben die Möglichkeit, im Rahmen klinischer Studien der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln und der Klinik II für Innere Medizin der Uniklinik Köln neue und innovative Therapien zu erhalten. Dabei profitieren sie von einer großen Auswahl unterschiedlicher Studien und der langjährigen Erfahrung im Bereich der klinischen Forschung in Rheumatologie und Immunologie.

Interessierte können sich unverbindlich persönlich durch das Zentrum für Gen- und Zelltherapie im Studienzentrum für Immunologie oder Rheumatologie beraten lassen.

Kontakt

Zentrale Koordinationsstelle: Daniela Rehburg

Telefon +49 221 478-97684
Telefax +49 221 478-1460221
E-Mail daniela.rehburg@uk-koeln.de