Neurologische Erkrankungen und Augenerkrankungen

Der Schwerpunktbereich "Neurologische Erkrankungen und Augenerkrankungen" am Zentrum für Gen- und Zelltherapie der Uniklinik Köln widmet sich der Forschung und Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen neurologischen und ophthalmologischen Erkrankungen, um innovative Theraphieansätze zu gewinnen.

Prof. Dr.--Wunderlich-Gilbert
Prof. Dr. Gilbert Wunderlich

Facharzt für Neurologie, Rehabilitationswesen

Priv.-Doz. Dr.--Clas Dafsari-Hormos
Priv.-Doz. Dr. Hormos Clas Dafsari

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Neuropädiatrie

Unser Angebot

Genetische Abklärung
  • Modernste molekulargenetische Analysen und Abklärung unklarer genetischer Varianten („Variants of Uncertain Significance“) in Verbindung mit Centrum für Seltene Erkrankungen (CESEK)
  • Kombination aus neurologischer, neuropädiatrischer, ophthalmologischer, zellbiologischer und humangenetischer Expertise und interdisziplinäre Fallbesprechungen zur Evaluation therapeutischer Entscheidungen und klinischer Konsequenzen
  • Aufklärung zu neu entstehenden Therapieoptionen und Studienmöglichkeiten
Spezialsprechstunden
Forschung & translationale Projekte
Therapieoptionen

1. Gentherapien bei Netzhauterkrankungen

Mit der Zulassung der ersten Gentherapie für eine erbliche Netzhauterkrankung ( Voretigene Neparvovec zur Behandlung der RPE65-assoziierten Netzhautdystrophie) hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) im Jahr 2018 einen Meilenstein gesetzt. Seitdem befinden sich weitere Gentherapien für weitere hereditäre Netzhautdystrophien in teils weit fortgeschrittenen klinischen Studien und eröffnen erstmals reale Perspektiven für kausale Behandlungsmöglichkeiten.

Die Gründung des Zentrums für Gen- und Zelltherapien an der Uniklinik Köln mit dem Schwerpunktbereich Neurologische Erkrankungen und Augenerkrankungen schafft nun einen strukturierten Bereich, der sich der Entwicklung und zukünftigen Anwendung neuartiger Therapieansätze bei genetisch bedingten Netzhauterkrankungen widmet.

Auch wenn derzeit keine Gentherapien an unserem Zentrum angeboten werden, erfolgt der Aufbau der notwendigen wissenschaftlichen, organisatorischen und klinischen Voraussetzungen, um zukünftige Verfahren frühzeitig implementieren zu können.

Das Zentrum steht gleichermaßen Patientinnen und Patienten, zuweisenden Ärztinnen und Ärzten sowie wissenschaftlichen und industriellen Partnern als Anlaufstelle für Information, Diagnostik und Kooperation im Bereich hereditärer Netzhauterkrankungen zur Verfügung.

2. Stammzellbasierte Therapien in der Augenheilkunde

Zelltherapien bieten ein vielversprechendes Potenzial zur Regeneration geschädigter Augenstrukturen. Aktuell stehen stammzellbasierte Verfahren zur Behandlung schwerer Schädigungen der Augenoberfläche (Bindehaut- und Hornhautepithel) und zellbasierte Verfahren zur Regeneration der Hornhautinnenfläche (Hornhautendothel) im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen und klinischer Anwendungen. Ein Beispiel ist die Limbusstammzellinsuffizienz, bei der es genetisch bedingt oder erworben zu einem Untergang der epithelialen Stammzellen der Hornhaut kommt. Der Stammzellersatz kann entweder vom gesunden Partnerauge, von induzierten pluripotenten Stammzellen oder von allogenen Hornhäuten gewonnen werden. Mit einigen dieser Ansätze können bereits heute die Auswirkungen der Limbusstammzellinsuffizienz, wie wiederkehrende Hornhautulzerationen und die Sehminderung, erfolgreich behandelt werden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führt.

Eingebunden in internationale wissenschaftliche Konsortien und Arbeitsgruppen bündelt unser Zentrum Expertise in Diagnostik, Indikationsstellung und Therapie von Hornhauterkrankungen und der Weiterentwicklung neuer stammzellbiologischer Verfahren.

Ziel ist es, patientenorientierte, sichere und wissenschaftlich fundierte Behandlungsoptionen zu fördern und zukünftige innovative Therapieformen früh in die klinische Anwendung zu bringen.

Kontakt

Zentrale Koordinationsstelle: Daniela Rehburg

Telefon +49 221 478-97684
Telefax +49 221 478-1460221
E-Mail daniela.rehburg@uk-koeln.de