MSC basierte Therapie
Kardiovaskuläre Erkrankungen bleiben die führende Ursache für Mortalität und Morbidität in einer alternden Bevölkerung. Trotz der stetigen Senkung der Sterblichkeitsrate nach einem Herzinfarkt durch moderne Therapieverfahren bleibt das Risiko für die Entwicklung einer Herzschwäche bei Patientinnen und Patienten mit Infarkthistorie erheblich erhöht. Ursächlich hierfür sind kardiale Umbauprozesse, die durch Entzündungsreaktionen und fibrotische Gewebeveränderungen geprägt sind. Abgestorbene Herzmuskelzellen werden irreversibel durch Narbengewebe ersetzt wodurch die Pumpfunktion des Herzens zunehmend eingeschränkt wird. Die 5-Jahres-Überlebensrate nach Herzinfarkt liegt entsprechend bei lediglich 50%.
In den vergangenen Jahren haben aus induzierten pluripotenten Stammzellen gewonnene kardialen Zellen das Forschungsfeld um die kardiale Zelltherapie revolutioniert. Die Transplantation pluripotenter Stammzellen in Kombination mit differenzierten Kardiomyozyten mit dem Ziel, untergegangenes Herzmuskelgewebe zu ersetzen, ist jedoch mit potenziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder die Bildung von Tumoren (Teratomen).
Präklinische Studien haben gezeigt, dass von mesenchymalen Stammzellen sezernierte Faktoren (das Sekretom) die Immunantwort, insbesondere die Funktion von Makrophagen, positiv beeinflussen können. Dadurch könnte dem Funktionsverslust des Herzens nach einem Herzinfarkt entgegengewirkt werden. Diese positiven immunmodulatorischen Eigenschaften können durch in vitro Priming der Stammzellen wesentlich verstärkt werden.
Unser Forschungsverbund hat es sich zum Ziel gesetzt, das Sekretom induzierter mesenchymaler Stammzellen als additive Behandlungsoption zu etablieren, um durch eine gezielte Modulation der Immunantwort unerwünschte kardiale Umbauprozesse zu verhindern und der Entstehung einer Herzschwäche entgegenzuwirken.

